Norwegen im Frühsommer 2026 – Teil 2

Norwegen im Frühsommer 2026 – Teil 2

Vom 22.05. war ich drei Wochen in Norwegen. Dies ist der zweite Teil des Reiseberichtes. Den ersten Teil findest du hier.

Im ersten Teil habe ich euch am Abend des 27.05. zurückgelassen. Ich wachte zum vorhergesagten Sonnenschein mit Windstille auf und freute mich, die rote Hütte mitsamt Spiegelung der Berge zu fotografieren. Praktischerweise direkt hinter meinem Schlafplatz.

Auf dem Gaularfjellet
Auf dem Gaularfjellet

Dann habe noch fix aufgeräumt und habe mich auf den Weg gemacht. Der heutige Plan: das wunderschöne Norangsdalen noch einmal zu besuchen, diesmal aber ganz durchzufahren und den Tag am Standal ferjekai zu beenden.

Auf dem Gaularfjellet
Auf dem Gaularfjellet

Unterweg habe ich in Stryn eingekauft und auch an einer Circle K Tankstelle einen kostenlosen Cappuchino geholt. Ich hatte mir gleich am ersten Tag in Norwegen in Kristiansand den Circle K Becher (Koppen) geholt. Der kostet 445 nkr (ca. 40€). Damit darfst du an jeder Circle K Tankstelle in Norwegen gratis Kaffee, Kakao, Cappu oder sonstwas aus dem Heißgetränke Automaten zapfen. Ich weiss nicht, ob ich die Ausgabe wieder reingeholt habe, ich glaube aber schon, denn so oft war ich noch nie an Tankstellen, mindesten 2 x täglich.

Koppen
Koppen

Nach dem Einkauf-, Kaffee- und Tankstop in Stryn ging es weiter zum Norangsdalen. In diesem Tal gab es früher viele kleine Sitzhäuser, ich habe dir davon schon einmal, im Beitrag „Norwegen Herbst 2023 – Teil 2“ erzählt.

Norangsdalen
Norangsdalen

Diesen Anblick finde ich einfach wahnsinnig schön.

Kurz darauf kam ich an eine alte Steinbrücke, die noch von der alten Straße herrührt. Hier gab es eine kleine Einfahrt und ich habe dort eine kleine Pause gemacht. Ich finde es ganz charmant, dass solche alten Teilstücke früheren Lebens und Straßenbaus stehengelassen werden.

Norangsdalen
Norangsdalen
Norangsdalen
Norangsdalen

Auch die seitlichen Steine blieben stehen, frühe „Leitplanken“.

Nach einer kurzen Fahrtstrecke kam ich zu weiteren Sitzhäusern. Kannst du sie in diesem Bild finden?

Norangsdalen
Norangsdalen

Dann vielleicht hier?

Norangsdalen
Norangsdalen

Und aus einem anderen Blickwinkel. Jetzt kannst du auch erkennen, dass es vier Hütten sind.

Doch dann ging es weiter, ich wollte in Leknes die Fähre nehmen. Dafür war allerdings noch gutes Stück zu fahren, aber langweilig war es wie immer nicht. Unterwegs traf ich wieder einmal auf ein Schiff der Hurtigruten, diesmal die Nordlys. Wusstest du, dass du in einigen Häfen, in denen die Schiffe länger liegen als nur zum Fracht abladen und Passagierwechsel, eine Gästekarte (kostenlos) bekommen kannst? Mit der Gästekarte kannst du an Bord und dir zum Beispiel im Restaurant einen Kaffee bestellen. Und natürlich etwas vom Schiff sehen. Dafür musst du aber deinen Ausweis vorlegen, und du musst zusehen, dass du rechtzeitig vor dem Ablegen wieder von Bord bist.

Die Nordlys, Hurtigruten
Die Nordlys, Hurtigruten
Die Nordlys, Hurtigruten
Die Nordlys, Hurtigruten

Kurz nach dieser Begegnung war ich am Leknes ferjekai. Dort musste ich gut eine 3/4 Stunde auf die nächste Fähre nach Sæbø warten. Von dort sollte mich dann eine weitere Fähre nach Standal bringen. In Sæbø angekommen stellte ich fest, dass das noch einmal eine Stunde Wartezeit bedeuten würde. Dann lieber einen Umweg fahren und die Landschaft genießen. Tatsächlich kam diese Fähre erst 1,5 Stunden nach meiner Ankunft in Standal dort an.

Am Kai suchte ich mir ein Plätzchen mit schicker Aussicht und der Abend begann.

Aussicht am Standal ferjekai
Aussicht am Standal ferjekai

Die Nacht war erst ab 23:00 Uhr ruhig – bis dahin fuhr die Fähre immer wieder einmal den Kai an.

Am nächten Tag (der 29.05.) habe ich meine Reise Richtung Ålesund fortgesetzt. Ich war wieder auf der E39 und fuhr dann westwärts in Richtung Trollveggen und Trollstigen. Doch dort wollte ich erst in ein paar Tagen hin.

Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs, Romsdalen
Unterwegs, Romsdalen
Unterwegs, Innfjorden
Unterwegs, Innfjorden

Diese Nacht wollte ich wieder einsam schlafen und suchte mir einen Platz im Wandergebiet Alnesdalen (Litjefjellet). Dorthin führte eine private Mautstraße (100 nkr). Und es gab kein Netz, da ich von hohen Bergen förmlich umzingelt war. Es wurde dann ein gemütlicher Lese-Abend.

Aussicht vom Schlafplatz
Aussicht vom Schlafplatz
Aussicht vom Schlafplatz
Aussicht vom Schlafplatz, andere Richtung

Im linken Bild siehst du ein wenig Fels-Prominenz: links ist der Bispen, 1.462 Meter hoch. Die gezackte Bergkette im Hintergrund ist die Rückseite der gewaltigen Trolltindene (Trollgipfel). Die andere, extrem steile Seite dieses Massivs bildet die berühmte Trollveggen (Trollwand) – die höchste vertikale Felswand Europas. Im rechten Bild Der spitze Gipfel (links/mittig): Das ist der Finnan (1.786 Meter). Er ist ein sehr beliebtes Ziel für Skitouren im Frühjahr. Der breitere Gipfel direkt rechts daneben: Das ist der Alnestinden (1.665 Meter), der sich direkt an den Finnan anschließt.

Von diesen Riesen beschützt verbrachte ich eine sehr ruhige Nacht.

30.05.26

Für heute hatte ich mir einiges vorgenommen. Ich wollte die Kyllingebru (Hühnchenbrücke) fotografieren. Diese Brücke liegt an der E136 nahe Verma. Der Plan war, die wunderschöne Brücke zu fotografieren. Das i-Tüpfelchen wäre, wenn ein Zug die Brücke quert.

Ich fuhr also vom Fjell in Richtung Verma. Der Parkplatz hinter dem kleinen Kaufmannsladen ist auch für die Besucher der Brücke. Du brauchst von dort also nur die Straße überqueren und dann den Pfad zur Brücke zu nehmen. Der Weg zum Fotospot ist nur ca. 200 m lang. Aber leider musst du hier ca. 50 Höhenmeter überwinden. Das ganze dann zum Teil über Baumwurzeln. Eine spannende und anstrengende Angelegenheit, wenn du bei den ganz steilen Stellen nur noch mit Trippelschritten oder seitwärts weiterkommst. Glücklicherweise hatte ich meine Wanderstöcke mit, denn so fit bin ich im Gelände nicht. Aber es sollte sich lohnen, teilweise.

Der Fotospot ist mit einem Geländer abgesichert, du stehst hier auch immer noch sehr hoch. Dafür ist der Blick zur Brücke wirklich schön.

Ich habe sehr viele Bilder gemacht. Ich habe immer wieder die Fahrpläne der Züge studiert, daraufhin noch eine halbe Stunde gewartet. Und noch eine … nach insgesamt drei Stunden an dem Spot musste ich mir eingestehen, dass wohl kein Zug kommen würde. Ich hatte auf den so genannten „Golden Train“ gewartet, ein schmucker Zug, der eine touristische Fahrt von Ålesund nach Bjorli und zurück macht. Dieser Zug sollte dann auch über die Brücke fahren. Dann vielleicht ein anderes mal.

Kyllingebru
Kyllingebru

Nachdem ich mich den steilen Weg mit vielen Pausen wieder hochgekämpft hatte, machte ich mir im Camper erstmal einen Cappuchino. Dann ging es weiter ostwärts entlang der E136. Das nächste Ziel war das Tronfjellet. Das Tronfjellet ist eine Merkwürdigkeit. Bis zum Gipfel auf rund 1.600 m führt die schmale, sandige Straße. Aber die Entfernung war für den heutigen Tag zu lang, unterwegs hielt ich an einem Rastplatz nahe Folldal, der auf einer tieferen Ebene Platz zum Übernachten bereithielt. Hier blieb ich und machte es mir gemütlich.

Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg zum Tronfjellet. Dort angekommen musste ich feststellen, dass die Straßen so schlecht, steil und nur mit Schotter befestigt waren, dass ich mir und Rudi das nicht antun wollte. Ich kehrte um.

Das bedeutete, dass ich den Plan des nächsten Tages jetzt schon weiterführen würde. Ich fuhr ein wenig die E3, bis ich bei Ulsberg auf die E6 wechseln konnte. Bei Oppdal wechselte ich auf die fv70 und folgte ihr bis nach Sunndalsøra, wo es einen Yachthafen mit angegliedertem Wohnmobilstellplatz gibt. Am Abend nutzte ich die Gelegenheit, die Bootshäuser bei besserem Licht noch einmal zu fotografieren.

Sunndalsøra

01.06.26.

Am nächsten Tag sattelte ich auf und machte mich auf den Weg. Tagesziel heute: Übernachtung unterwegs oder gleich auf Herdalssetra. Herdalssetra ist eine alte Alm, mit ca. 30 alten Almhäusern, die heute als lebendiges Museum betrieben wird. Ab 1. Juni sollte die Farm bewohnt sein, und neben zeitgemäss bekleideten Menschen auch Ziegen, Schafe und Kühe beherbergen. Das Gebiet liegt auf 560 m Höhe.

Der Weg dorthin führte mich – wieder einmal – über den Trollstigen. Es regnete allerdings, so habe ich auf Fotos verzichtet. Doch einige der Trolle, die vor dem Trollcamping stehen, haben diesmal einen Platz auf meinem Sensor bekommen.

Trollcamping
Trollcamping
Trollcamping
Trollcamping

Dann versuchte ich in der Gegend nach der Fahrt über den Trollstigen einen Schlafplatz zu finden. Wie immer hier: hoffnungslos. Doch die Gegend war schön.

Unterwegs
Unterwegs. Der Nebel, der vom Wasserfall aufstieg, hat mich fasziniert.
Unterwegs
Unterwegs

Da es erst 15:00 war beschloss ich, die Suche sein zu lassen und gleich weiter zur Herdalssetra zu fahren.

Ich nahm die Fähre von Linge nach Eidsdal und bog dann gleich ab nach Norddal, wo der Aufstieg nach Herdalssetra beginnt. Inzwischen war es ziemlich bewölkt und diesig. Die 10 km lange Mautstraße beginnt kurz hinter dem Dorf. Der Zahlautomat verlangte 300 nkr. von mir, dann ging ich gleich weiter, um das erste Gatter zu öffnen. Da auch hier schon die erste Steigung beginnt, hatte ich – wie immer, wenn ich an so steilen Hängen stehen muss – ein ungutes Gefühl. Aber nutzte ja nichts, das Gatter musste nach meiner Durchfahrt ja wieder zu.

Dem ersten Anstieg schlossen sich weitere an. Zweimal standen zu Beginn Verkehrsschilder mit 22% Steigung (!). Den ersten Anstieg dieser Sorte bin ich fast mit Gewalt gefahren. Die Straße war nur geschottert und obendrein nass. Nicht besonders toll. Nach der letzten Steigung kam eine Holzbrücke mit einem weiteren Gatter, und hier lagen die Schafe herum.

Dann kam ich endlich zum Parkplatz von Herdalssetra. Ich suchte mir gleich ein einigermaßen ebenes Fleckchen, schnappte mir die Kamera und ging hinaus, das noch einigermaßen passable Licht zu nutzen. Wie immer in Norwegen ist alles zugänglich. Nur wegen wilder Tiere sind manchmal Häuser zugesperrt.

Herdalssetra
Herdalssetra
Herdalssetra
Herdalssetra
Herdalssetra
Herdalssetra
Herdalssetra
Herdalssetra
Herdalssetra
Herdalssetra
Herdalssetra
Herdalssetra

Die Häuser sind alle im Stil der damaligen Zeit eingerichtet. Nur leider waren hier weder Menschen noch Tiere. Auch am nächsten Tag kam niemand. Ich war ein wenig enttäuscht, hatte mir doch ein etwas anderes Erlebnis vorgestellt. Aber auch so war es beeindruckend, dieses Tal mit den alten Almhäusern zu sehen.

Damit endet der zweite Teil dieses Reiseberichts. Es geht demnächst hier weiter.

Wenn du meinen Newsletter abonniert hast, bekommst du immer eine Nachricht, wenn sich hier ein neuer Artikel eingestellt hat. Abonniere mich doch!

Hier kannst du dich zum Newsletter anmelden. Damit du nicht verpasst, wenn es hier einen neuen Beitrag gibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

error: