Norwegen im Frühsommer 2026 – Teil 4

Norwegen im Frühsommer 2026 – Teil 4

Dieses Jahr war ich im Frühsommer ab dem 22. Mail zur Schneeschmelze in Norwegen. Dieses ist der 4. Teil des Reiseberichtes, den ersten Teil findest du hier.

Die Nacht am Parkplatz zur alten Wassermühle und dem Wasserfall war ruhig aber regnerisch. Ich parkte am Abend noch einmal um, denn ich hatte mich dummerweiser zu nahe an einen Baum gestellt. Für nicht-Camper: bei Regen fallen von Ästen ganz dicke, zufällige Tropfen auf das Dach des Kastenwagens. Das macht es fast unmöglich zu schlafen. Also: bei Regen nicht unter Bäumen stehen.

An diesem Morgen (04.06.26) machte ich mich auf den Weg nach Flåm. Flåm ist für mich neben Geiranger einer der touristischten Orte Norwegens. Bisher habe ich es vermieden, hierher zu fahren, doch heute steuerte ich mit Absicht diesen vollen Ort an. Wie ich aus der Cruise Planning Table sehen konnte, lag das Kreuzfahrtschiff MSC Euribia vor Anker, was bedeutete, dass dieser kleine Ort von Toursisten überschwemmt sein würde. Von Flåm aus startet die Flåmsbana für eine vollkommen überteuerte kurze Zugfahrt ins Gebirge, und ein elektrisch betriebenes Ausflugsschiff durch die Fjorde bis Gudvangen. Die Fahrt geht durch den Aurlandsfjord und dann in den Nærøyfjord. Der Nærøyfjord ist Weltnaturerbe und der schmalste Fjord Norwegens. Diese Fahrt wollte ich diesmal machen. Das Ticket kostet inklusive Bustransfer zurück 650 nkr (ca. 58€). Die Parkgebühren vor Ort sind ebenfalls groß, doch dazu später mehr.

Erst auf dem Parkplatz buchte ich die nächste Abfahrt des Ausflugschiffes (ich war mir unsicher, ob ich noch einen Parkplatz bekommen würde, und wollte diesen Teil erst sicher haben). Da der CheckIn für die gebuchte Abfahrt bereits in 1/2 Stunde sein sollte, machte ich mich gleich auf den Weg zum Schiff. In der Warteschlange standen schon viele Besucher, alle begierig auf einen Platz, der gute Sicht auf die Fjorde gewähren würde. Für mich stand fest, dass ich während der Tour draußen sein wollte, um fotografieren zu können. Flåm selbst war einfach nur voll. Solche Menschenmassen hatte ich die letzten Wochen nicht gesehen, und mir war dabei fast körperlich unwohl.

Ich muss zugeben, die Ausgabe hat sich gelohnt. Es war eine Fahrt durch schöne Landschaften. Unterwegs hatte ich nette Gespräche mit einigen Mitfahrenden aus Texas, Kanada, Italien und Deutschland. Eine bunte Mischung also.

Die MSC Eurebia,Flåm
Die MSC Eurebia,Flåm
Aurlandsfjord
Aurlandsfjord
Aurlandsfjord
Aurlandsfjord
Aurlandsfjord
Aurlandsfjord
Aurlandsfjord
Aurlandsfjord
Aurlandsfjord
Aurlandsfjord
Aurlandsfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord
Nærøyfjord

Es war tatsächlich eine wunderschöne Fahrt. Ich habe jeden Augenblick genossen. Angekommen in Gudvangen habe ich auf den optionalen Besuch des Vikingerdorfes verzichtet, denn es sollte nur noch 1/2 Stunde geöffnet sein. Ich stieg in meinen Shuttlebus und war nach 15 Minuten wieder in Flåm und an meinem Camper.

Jetzt nur noch die Parkgebühren zahlen und abfahren. In Flåm ist auf den Besucherparkplätzen das Kameraparken aktiviert. Entweder hast du die EasyPark App mit aktiviertem Kameraparken am Start (habe ich) oder du gehst zum Automaten, gibst dein Kennzeichen ein und zahlst. Machst du das nicht bekommst du nach einer Weile eine Rechnung zugeschickt, in der zusätzlich noch Bearbeitungsgebühren und eine Strafe anfallen.

Die App konnte bei mir keinen Parkvorgang feststellen. Also zum Automaten. Auch dort konnte mein Kennzeichen nicht gefunden werden. Ich probierte alle Varianten: Groß- und Kleinschreibung, mit oder ohne Bindestrich und so weiter. Nicht gefunden. Ich beschloss, den Parkplatz zu verlassen, was ohne weiteres möglich ist, denn es gibt keine Schranken. Am Abend schrieb ich eine Mail an die Kommune Aurland, die das Parken dort managed, um die Situation zu klären.

In der Gegend sind Freistehplätze schwer zu bekommen, ich fuhr also noch etwas weiter um einen Schlafplatz zu finden. Ich bin dabei auf den mich bisher am meisten erschreckenden Tunnel gestoßen. Der Schlafplatz sollte im Jordalen sein, gar nicht so weit von Flåm entfernt. Doch erst sollte der Tunnel kommen. Der Tunnel hatte einen großen Durchmesser, war beleuchtet und stieg steil an. Es gab einige Kurven, der Tunnel schraubte sich hoch. Es gab auch Abbiegungen, die aber nicht beschildert waren, und Tore, die automatisch schließen würden. Im Ganzen hatte ich den Eindruck, mich in einem Baustellen-Tunnel zu befinden, und weil außer mir niemand zu sehen war, war es einfach unheimlich.

Oben angekommen erklärte sich alles. Es war tatsächlich ein Tunnel für die Baustelle des Kraftwerkes. Oben gab es einige Parkbuchten, die aber mit dem schon bekannte Schild „No Camping“ dekoriert waren. Ich beschloß, wieder auf die E16 zu fahren und mir woanders einen Schlafplatz zu suchen. Den fand ich letztlich in einem Skigebiet in Myrkdalen. Es war ein schlichter Parkplatz, keine weiteren Dienstleistungen. Zahlen konnte ich per easyPark.

05.06.26

Am Morgen musste ich erst einmal einkaufen. Es regnete in Strömen. Umso einfacher war es, diesen Tag für alle nötigen Aufgaben vorzusehen – Ver- und Entsorgen, Einkaufen, Tanken. Dann noch aufräumen, saubermachen … Ich steuerte früh den Schlafplatz am Kraftwerk Frøland und kümmerte mich um den Camper. Von dort wollte ich am nächsten Tag die weitere Etappe angehen. Es wurde eine ruhige Nacht am rauschenden Wasserfall.

Am 06.06. war das Wetter wieder nett zu mir.

Ich wollte heute versuchen, die alten Wege neben der fv7 zu erkunden. Angeblich sind diese an einigen Stellen, vor allem an der Tokagjelet, noch zugänglich. Die alten Straßen laufen um den Berg herum, während der neue Verlauf in Tunneln ist. Unterwegs sah ich überall Streckenposten und Hinweise auf ein heute stattfindenes Radrennen. Leider stand einer dieser Posten an der kleinen Parklücke zum Tokagjelet. Das konnte ich also vergessen. Ein Stück weiter aber hatte ich Glück und konnte parken und auch gleich den alten Weg aufsuchen.

Alter Weg
Alter Weg
Aussicht vom alten Weg
Aussicht vom alten Weg

Das sah eigentlich sehr vielversprechend aus. Nur leider waren die Bäume an der Kante inzwischen so hoch gewachsen, dass nur an einigen Stellen ein Blick ins Tal möglich war. Ich brach hier und heute ab und werde irgendwann in der laublosen Zeit noch einmal versuchen, herzukommen. Vor allem das Tokagjelet möchte ich mir gerne noch ansehen, bevor die Wege vielleicht völlig gesperrt werden.

Ich fuhr also weiter, mein Ziel für heute war, meinen Lieblingsschlafplatz am alten Åkrafjordvegen zu beziehen.

Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs

Kurz danach ging es mit der Fähre über den Hardangerfjord, die Ausblicke sind hier immer sehr schön.

Unterwegs
Unterwegs
Blick von der Autofähre
Blick von der Autofähre
Unterwegs, Nordrepollen
Unterwegs, Nordrepollen
Unterwegs, Nordrepollen
Unterwegs, Nordrepollen
Unterwegs, Nordrepollen
Unterwegs, Nordrepollen
Unterwegs, Nordrepollen
Unterwegs, Nordrepollen

Weiter ging es dann über die fv107 von Nordrepollen bis Austrepollen und dann nach Odda. Von hier ging es wieder einmal auf die sehenswerte 13.

Unterwegs, fv500
Unterwegs, fv500
Unterwegs, fv13
Unterwegs, fv13
Unterwegs, fv13, Låtefossen
Unterwegs, fv13, Låtefossen
Unterwegs
Unterwegs
Åkrafjorden
Åkrafjorden
Åkrafjorden
Åkrafjorden

Meinen Tag beendete ich dann am alten Åkrafjordvegen. Mein Lieblingsplatz war tatsächlich noch frei.

Am 07.06. fuhr ich am Vormittag weiter. Ich hatte erst überlegt, noch eine Nacht zu bleiben, aber das Wetter sollte umschlagen und ich wollte unbedingt am Frafjord noch Bilder machen. Vorher checkte ich meine Mails und eine nette Nachricht der Kommune Aurland lag im Postfach: die Kameras hätten keine Einfahrt meines Fahrzeuges registriert. Ich solle dies als kostenlosen Parkvorgang verstehen. Gerne doch! Ich bedankte mich für die freundliche und nützliche Mail und fuhr kurz danach los.

Weil ich nicht wieder auf die 13 wollte, bin ich den Bogen nahe Stavanger gefahren. So kam ich dicht an der Küste vorbei.

Das erste Objekt, auf das ich stiess, war die Bohrinsel Deepsea Bergen, an der Werft in Ølensvåg. Ein ungewohnter Anblick in den Fjorden.

Die halbtauchende Bohrinsel Deepsea Bergen, an der Werft in Ølensvåg
Die halbtauchende Bohrinsel Deepsea Bergen, an der Werft in Ølensvåg

Kurz danach kam ich an die E39, die dann auch etwas Schärenlandschaft bot.

Schärenlandschaft gefunden
Schärenlandschaft gefunden

Brücken führten dann über die Inseln Ognøya, Austre Bokn und Øyren. Im Süden dieser Insel ist der Fähranleger, diesmal ein häufig genutzter mit regelrechter Massenabfertigung. Hier fahren sehr viele Fahrzeuge in beide Richtungen, und die Fähren haben einen dicht getakteten Fahrplan. Die Nähe zur großen Stadt Stavanger ist spürbar. Überall auf der Insel stehen Hinweisschilder, dass hier am unterseeischen Tunnel zwischen Austre Arsvågen und Mortavika gebaut wird. Der Tunnel soll in ein paar Jahren die 40 minütige Fährfahrt ersetzen. Zwischen Rennesøy und Mosterøy ist das bereits Realität, ebenfalls zwischen Bru und dem Festland vor Stavanger. Das war eine abwechslungsreiche Fahrt mit Brücken, unterseeischen Tunneln und einer Fährfahrt.

Gegen 16:15 Uhr kam ich am Frafjord Camping an. Ich fand eine Parzelle nahe dem Wasser und sehr nette Nachbarn. Da zwischen unseren Fahrzeugen eine Tisch/Bank-Kombination stand, teilten wir uns diese und tranken kurz nach meiner Ankunft schon zusammen Kaffee und futterten meine frisch eingekauften Erdbeeren. Das Pärchen war mit einem 40 Jahre alten DDR-Wohnwagen unterwegs, den sie sich selbst nach ihren Bedürfnissen umgebaut hatten. Wir unterhielten uns nach kurzer Zeit schon so gut, als würden wir uns ewig kennen.

Am Frafjord
Am Frafjord
Am Frafjord
Am Frafjord

Auf meiner kleinen Erkundungstour fand ich einen Ausblick, den ich später noch öfter fotografieren sollte, bis ich die Aufnahme im Kasten hatte, die mir gefiel.

Am Frafjord
Am Frafjord

Am nächsten Tag wollte ich weiterziehen. Meine Nachbarn hatte ich mit unzähligen Tipps zu Orten und Zielen in Norwegen versorgt. Wir verabschiedeten uns herzlich voneinander, wünschten uns gegenseitig eine gute Weiterreise. Ich denke noch oft an die Beiden, an die schöne Reise, die sie noch vor sich hatten: bis ans Nordkap, dann Schweden, Finnland, Tallin bis Polen um dann in vier Monaten wieder in Deutschland zu sein. Wenn ihr das jemals lesen solltet – ich hoffe, es war schön!

An diesem Tag schlug das Wetter endgültig um. Es sollte die nächsten Tage noch weiterregnen, und zum Wochenende hin sollte es stürmisch werden. Ich wollte nicht riskieren, dass am Samstag die Fähre vielleicht nicht fuhr, und habe auf den Donnerstag umgebucht. Somit hatte ich noch 3 Tage.

Die heutige Strecke führte durch die steinigen Fjells über die fv460, dann die 468 bis ich in der Nähe von Flekkefjord ankam. Es regnete ununterbrochen. Das machte kein Spaß. Ich checkte relativ früh auf einem Stellplatz ein und verbrachte den Tag mit putzen, lesen und Youtube.

Am 09.06. fuhr ich wieder weiter, ich wollte noch einmal in die Gegend um den Bygdlandfjord. Es gab nichts besonderes zu sehen und ich hatte keine Pläne, ließ mich einfach treiben. Die Nacht verbrachte ich auf dem Rastplatz Storstraumen, der recht hübsch angelegt ist.

Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs. Nein, ich weiss nicht, was das ist,

Mittwoch morgen machte ich in der Gegend eine weitere Fahrt, fand ein paar interessante Dinge zu fotografieren und übernachtete schließlich auf einem Parkplatz in Smååsane. Das war nun für diesmal die letzte Nacht in Norwegen.

Unterwegs, Rauå steinhvelvbru
Unterwegs, Rauå steinhvelvbru
Gaukaas Station, Reste
Gaukaas Station, Reste

Am 11.06. ging dann am Nachmittag die Fähre. Es war wieder einmal die MS Bergensfjord. Und wie um mich auszulachen, schien die Sonne. Der Regen hatte sich verzogen, der angekündigte Sturm wurde nur noch ein Stürmchen.

Die langweilige Überfahrt überstand ich mit einem neuem Hörbuch. In Hirsthals angekommen machte ich mich auf den Weg in Richtung Rudbjerg Knude. Am Gamle Kirkegård fand ich meinen Übernachtungsplatz. Freitag morgen wurde gefrühstückt, wie es sich für einen Sonntag gehört, auch wenn erst Freitag war. Ich hatte schließlich noch Brötchen und Eier, die verzehrt werden mussten. Den Eierkocher für zwei Eier findest du bei Amazon (*affiliate Link). Den Strom dafür hole ich mir aus meiner Jackery (*affiliate Link), das klappt ganz wunderbar. Dann machte ich mich auf zur letzten Etappe bis nach Hause.

Sonntag
Sonntag am Freitag

Mein Resumé

War es schön? Ja, wie immer.

War ich einsam? Nein. Ich mag es gerne etwas ruhiger und bin mir selbst auch gern Gesellschaft genug.

Komme ich wieder? Definitiv. Norwegen ist noch lange nicht langweilig.

Pläne? Ja, natürlich! Am 06.08. geht die Reise erstmals südwärts, um die Sonnenfinsternis in Spanien zu fotografieren. Und nächstes Jahr geht es mit der Fähre von Travemünde nach Helsinki. Wir besuchen einen alten Freund, fahren dann durch Finnland zum Nordkap. Und dann sehen wir weiter.

Bisher in Norwegen

Die Tour aus 2021 in Norwegen war die erste, die mein GPS Tracker mit protokolliert hat. In Google Earth habe ich ab 2021 jedes Reisejahr mit jeweils einer anderen Farbe markiert. Gelb sind die Landesgrenzen. Es fehlen die (Flug-)Reisen auf die Lofoten 2018 und 2019 und die Kreuzfahrt nach Norwegen. So besehen habe ich doch schon reichlich das Land durchfahren. Aber es gibt immer noch sooo viel zu sehen!

Routen Norwegen 2021-2026
Routen Norwegen 2021-2026. Strich statt Route: SIM Karte leer.

Wie immer kommt an dieser Stelle die Ausgaben-Übersicht. Die Reise war 4.067 km lang.

Tanken, AdBlue747,50 €
Maut27,76 €
Camping, Parken109,65 €
Einkäufe204,35 €
Verzehr auf der Fähre nach/von Norwegen21,01 €
Fähre Kristiansand-Hirsthals-Kristiansand inkl. Umbuchungsgebühr (ca. 51 €)343,61 €
Inlandsfähren38,69 €
Gesamt1.492,57

Der größte Einzelposten ist wie immer das Tanken gewesen. Diesmal waren die Preise in Norwegen aber sehr moderat. Ich konnte von 1,47 € bis 1,78 € / Liter Diesel tanken, das war sehr günstig, sehr oft wesentlich günstiger als in Deutschland.

Ich hoffe, dir hat dieser Reisebericht wieder einmal Spaß gemacht. Über einen Kommentar dazu würde ich mich sehr freuen. Und wenn du hier nichts verpassen möchtest – abonniere doch meinen Newsletter. Jedesmal, wenn sich hier etwas tut, bekommst du eine Nachricht.

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