13. August 2026. Die Zeiger werden wieder auf Nord gestellt. Unser nächstes Ziel nach der Sonnenfinsternis war die Bardenas Reales.
Die Bardenas Reales ist eine Halbwüste in der spanischen Provinz Navarra. Hier bekamen die Temperaturen noch eine Steigerung: 42°. Für einige Bilder bin ich aus dem Camper ausgestiegen, und die 42° fühlten sich kompakt und unangenehm an. Diese warme Luft zu atmen war anstrengend.
Die Landschaft ist unwirklich, bizarr, vertrocknet, staubtrocken. Durch die Sommerferien in Spanien und Frankreich ist auch dieser Bereich leider gut besucht gewesen, und wir mussten uns die Ausblicke mit vielen anderen Menschen teilen.
Das Highlight des Areals ist der Berg „Castil de Tierra“. Hier parkten die Besucher und gingen auf den erlaubten Wegen um den „Berg“ herum. Wir fuhren weiter und fotografierten den Berg ohne andere Besucher aus einem anderen Winkel.
Wir sind etwa 1-2 Stunden hier herumgefahren, bis wir den Bereich wieder verlassen haben und uns weiter auf den Weg in den Norden machten. Unser nächstes Ziel waren die Pyrenäen. Wie wurden gleich mit großen Steigungen und einem Stau vor einem Tunnel begrüsst. Als es dann weiterging, begann der schwierige Teil: Schlafplatz-Suche. Die Campingplätze signalisierten schon oft an der Straße auf einem Schild: FULL, und auch die Stellplätze waren sichtbar voll. Wir fuhren und fuhren bis wir gegen 20:00 Uhr endlich einen Parkplatz fanden, auf dem schon zwei spanische Camper standen. Ich konnte mich soweit mit ihnen verständigen, dass sie auch hier übernachten würden und es kostenlos sei.
Nach einer unruhigen Nacht sind wir weitergefahren. Im Örtchen Laruns (Frankreich) checkten wir schon am Vormittag auf einem Campingplatz ein. Wir wollten uns sortieren, den Camper putzen und dann chillen, duschen und vielleicht Wäsche waschen.
Am 15.08. ging es dann weiter in die Pyrenäen. Wir wollten die Route des Cols ab hier fahren. Die erste Etappe war auch toll, prima Aussichten, schöne Straßen, spannende Serpentinen. Einen Stau gab es auch – eine Kuhherde wurde ins Tal getrieben und sorgte für einen Traffic-Jam auf französisch.
Die zweite Etappe, zum Col du Tourmalet, haben wir nach dem Pass abgebrochen. Auf der Strecke und weiter fand ein Radrennen statt. Es gab unzählige Radfahrer, PKW, Camper, die den gleichen Weg in verschiedene Richtungen fahren wollten. Ständig mussten Radfahrer überholt werden. Und das bei lebhaftem Gegenverkehr, Serpentinen und Steigungen. Es war nur noch anstrengend und nervig, es machte keinen Spass. Die schöne Landschaft konnte ich wegen der ständigen Aufmerksamkeit auf die Radfahrer nicht genießen. Für Fotos anzuhalten war nicht möglich, da die Parkplätze an den Straßenrändern voll belegt waren. Das Radrennen sollte auch am nächsten Tag noch stattfinden. Wir gaben also auf und fanden in der Ebene bei Tarbes einen Stellplatz.
Weil es mit dem Camper so leicht ist, ein Reiseziel zu ändern, wollten wir nun weiter in Richung Bretagne und Normandie, von dort nach Belgien und Holland bis nach Hause.
Am nächsten Morgen machten wir unsere erste Erfahrung mit den frei zugänglichen Waschmaschinen und Trocknern in Frankreich. Hier gibt es an vielen Supermärkten und Tankstellen Einheiten bestehend aus Waschmascinen und Trocknern.
Die Bedienung erfolgt über ein Panel (Französich), Zahlung entweder mit Karte oder Münzen, je nach Anbieter. Auf dem Parkplatz des Intermache Supermarkt in Tarpes fanden wir eine solche auf dem Gelände und setzten unsere Wäsche in gang. Ein Waschvorgang dauert ca. 20 Minuten, Trocken je nach Einstellung. Es gibt verschiedene Waschprogramme und Waschpulver wird hinzugefügt. Optional kann die Maschine vor Gebrauch desinfiziert werden. Der Waschvorgang kostet meistens 5,00€, Trocknen ab 3,00€.
In der Wartezeit haben wir im Camper gefrühstück.
In Saint-Pére-en-Retz machten wir noch einen Halt – die Schlange Serpent d’Océan, eine Skulptur aus Aluminium, stand schon länger in meiner Liste, und ein kurzer Besuch bot sich an. Die Skulptur ist 130 Meter lang, und wird von den Gezeiten umspült.
Unser weiterer Weg führte uns auch zum Mont St. Michel. Wir hielten nicht an. Es war Hauptsaison und alle Parkplätze überfüllt. Wie es dann auf dem Klosterberg bei der Hitze sein würde, war vorhersehbar.
Doch einen Blick konnten wir ja schließlich riskieren.
Die weitere Rückreise verlief ohne Höhepunkte ruhig ab. Frankreich hat mich „nicht abgeholt“, ich hatte mehr erwartet. Ebenso ging es mir mit Belgien und den Niederlanden, aber vielleicht sind wir auch einfach Reisemüde gewesen, noch voll von den Erlebnissen in Spanien und für Neues noch gar nicht bereit? Ich weiß es nicht. Am 25.08. waren wir verfrüht wieder zu Hause. Hinter uns lagen 6.554 Kilometer und eine Sonnenfinsternis. Und das war ja schließlich auch der Plan gewesen.
Wie immer an dieser Stelle eine Kostenaufstellung:
| Tanken (Diesel, AdBlue) | 1.446,63 € |
| Einkäufe (Lebensmittel) | 161,64 € |
| Parken, Campen | 89,70 € |
| Summe | €1.697,97 |
Würde ich wieder nach Spanien fahren? Vielleicht. Aber auf gar keinen Fall in der Hochsaison. Die Temperaturen sind nichts für mich.
Die Pyrenäen möchte ich gerne noch ganz fahren, aber das hat Zeit. Und wird sicher auch nicht in der Hochsaison, sondern in einer Radrenn-freien Zeit seit.
Möchte ich noch einmal eine totale Sonnenfinsternis fotografieren? Ja, auf jeden Fall. Aber die Zeit spielt da gegen mich.
Wenn dich das Thema interessiert, kannst du bei der NASA unter https://eclipse.gsfc.nasa.gov/eclipse.html nachschauen. Die nächsten sichtbaren totalen Sonnenfinsternisse sind:
2. August 2027: Eine der längsten totalen Sonnenfinsternisse des Jahrhunderts, sichtbar u. a. in Nordafrika (Ägypten/Luxor) und dem Nahen Osten.
27. Januar 2028: südliches Portugal bis Valencia (Spanien); Südamerika (Anulare Eclipse)
22. Juli 2028: Sichtbar in Australien (inklusive Sydney) und Neuseeland.
25. November 2030: Sichtbar im südlichen Afrika und Australien.
20. März 2034: Sichtbar von Zentralafrika bis nach Indien.
2. September 2035: Sichtbar in China und Japan.
13. Juli 2037: Sichtbar in Australien und Neuseeland.
5. Januar 2038: Sichtbar in der Antarktis und Australien.
30. April 2041: Sichtbar in Zentralafrika.
20. April 2042: Sichtbar in Südostasien und den Philippinen.
9. April 2043: Eine dezentral-totale Finsternis im fernöstlichen Russland.
14. August 2044: Sichtbar in Grönland, Nordkanada und Teilen der USA.
12. August 2045: Eine sehr lange totale Finsternis, sichtbar in der Karibik, durch ganz Südamerika und Teile von Afrika
Tipp: wenn dich zu den jeweiligen Terminen der Sichtbarkeitskorridor interessiert, gehe auf die Webseite www.sonnenverlauf.de. Ändere das Datum auf den SoFi Termin, und du siehst genau den Verlauf.
An dieser Stelle schließe ich den Bericht ab. Ich hoffe es hat dir gefallen, uns auf diesem Ritt in den Süden zu begleiten. Die nächste Reise gibt es erst im nächsten Jahr. Bis dahin hörst du aber sicher von mir. Lass gerne einen Kommentar hier, da freue ich mich immer sehr drüber.
























