Eines der großen Mysterien der Fotografie – das Belichtungsdreieck.

Das Belichtungsdreieck stellt die Abhängigkeiten der drei Möglichkeiten der BelichtungsVERÄNDERUNG dar. Das Ziel ist immer, dem Bild genug Licht zu geben.

Um das zu erreichen haben wir einige Möglichkeiten, wobei bei jeder Möglichkeit ein Tod gestorben werden muss. Das erklärt das Belichtungsdreieck.

Belichtungsdreieck

Fangen wir links bei der Blende an. Wir können die Blende schließen oder öffnen, um weniger oder mehr Licht an den Sensor zu lassen. Der Kompromiss, den wir dabei eingehen müssen, ist – wollen wir einen kleinen Schärfebereich oder soll das Bild von vorn bis hinten scharf sein? Je nachdem, wie wir uns entscheiden, fällt auch die Tiefenschärfe aus.

Große Blendenöffnung = viel Licht = kleiner Schärfebereich
Kleine Blendenöffnung = weniger Licht = großer Schärfebereich

Rechts finden wir die Zeit. Geben wir unserem Bild mehr davon, hat mehr Licht die Möglichkeit, auf den Sensor zu fallen. Allerdings darf sich unser Subjekt dabei nicht bewegen, denn sonst haben wir Bewegungsunschärfe. Diese Möglichkeit ist also eher etwas für die Landschaftsfotografie. Sind wir aber in der Tier- oder Sportfotografie (unser Subjekt bewegt sich, vielleicht sogar schnell), müssen wir die Zeit verkürzen! Dabei gelangt aber wieder weniger Licht an den Sensor.

Hier gilt dementsprechend

Kurze Zeit = weniger Licht = keine Bewegungsunschärfe
Lange Zeit = mehr Licht = Bewegungsunschärfe

Die dritte Komponente ist das Bildrauschen, ISO. ISO simuliert „mehr Licht“, allerdings kaufen wir uns dabei Bildrauschen ein. Viel Bildrauschen macht das Bild krisselig und unschön.

Wenig ISO = wenig Licht = kein Rauschen
Viel ISO = mehr Licht = Rauschen

Die Kompromisse, die wir bei der Justage für unser Bild eingehen müssen, sind davon abhängig, WAS wir fotografieren.

Beispiele:

Der Porträtfotograf möchte eine kleine Schärfeebene, hat vielleicht ein Modell, das nicht zu 100% ruhig stehen/sitzen kann. Außerdem kann niemand seine Kamera wirklich ruhig halten.

=> ISO 100, F4, Verschlusszeit nach Bedarf, 1/640 Sekunde wäre hier eine Lösung. Studiofotografen knipsen dann ihre Lampen an oder blitzen. Ohne diese Möglichkeit kann nur noch über ISO geregelt werden.

Der Landschaftsfotograf hat andere Probleme – er möchte, dass das Bild von vorn bis hinten scharf ist.

=> ISO 100, F13. Die Zeit wird so gewählt, dass das Bild gut belichtet ist. Die Kamera steht auf einem Stativ, um Bewegungsunschärfe durch die Bewegung des Fotografen zu verhindern. Die Landschaft bewegt sich eher nicht, es sei denn, es weht ein starker Wind, der die Bäume bewegt. Dann müssten wir hier die Zeit nicht sooo lang halten, sondern mit ISO regulierend eingreifen.

Der Sport- oder Wildlife Fotograf hat wiederum andere Herausforderungen. Sein Subjekt bewegt sich. Er braucht kurze Verschlusszeiten.

=>  1/1000 Sekunde, F4-F7.1, ISO nach Bedarf erhöhen

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